Lesung

Georg Büchner und seine Zeit – ein privilegierter Schriftsteller und ein solitäres Werk

Vortrag von Prof. em. Dr. Günter Oesterle

27.02. 2013 | 20.00 Uhr
Netanya-Saal im Alten Schloss, Brandplatz

Der Vortrag beginnt mit einem Perspektivenwechsel, der durch  die Veränderung eines einzigen Wörtchens ermöglicht wird. Wenn man an die Stelle des Titels „Georg Büchner und seine Zeit“ „Georg Büchner in seiner Zeit“ setzt, hat man den Unterschied seiner Lebenszeit (1813‒1837) und seiner Wirkmächtigkeit über einen viel umfassenderen Zeitraum im Blick.

Diese doppelte Perspektive versucht der Vortrag durchzuhalten. Wie wurde es möglich, dass ein junger Mann, der mit 24 Jahren starb, nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Wissenschaftler und Revolutionär eine herausragende Rolle spielen konnte. Der Referent versucht zwei avantgardistische Alternativen zu den von Büchner gewählten Dramenstoffen (Danton und Woyzeck) fiktiv vorzuführen - ein Feuilleton über Danton und ein naturalistisches Drama über Woyzeck -, um auf diese experimentelle Weise eine Folie herzustellen auf der das Besondere und Einzigartige von Büchners Werk sich plastisch abheben kann.

Günter Oesterle (Jg. 1941)
war bis 2006 Professor der Literaturwissenschaft und Kulturpoetik an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Nach seiner Emeritierung übernahm er Forschungsaufenthalte am FRIAS (Freiburg Institute for Advanced Studies), am IFK (Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften) in Wien, am kulturwissenschaftlichen Zentrum in Mainz, und Gastprofessuren an der Columbia Universität New York sowie an der Beihang Universität in Peking.

27.02. 2013 | 20.00 Uhr

Netanya-Saal im Alten Schloss, Brandplatz

Veranst.: Oberhessischer Geschichtsverein Gießen e.V.